Rechner

Taupunkt-Rechner

Verfahren
Magnus-Formel nach Sonntag (1990)
Rechnet
im Browser
Taupunkt °C
Absolute Feuchte
Taupunktdifferenz
Dampfdruck
Einordnung

Was der Taupunkt aussagt

Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft bei gleichbleibendem Druck abgekühlt werden müsste, damit der enthaltene Wasserdampf zu kondensieren beginnt. Anders als die relative Luftfeuchte hängt er nicht von der Lufttemperatur ab: Er ist ein direktes Maß für die tatsächlich in der Luft enthaltene Wassermenge. Zwei Tage mit jeweils 70 Prozent relativer Feuchte können sich völlig unterschiedlich anfühlen - bei 5 Grad ist die Luft knochentrocken, bei 30 Grad kaum auszuhalten.

Genau deshalb arbeiten Meteorologen lieber mit dem Taupunkt. Ab einem Taupunkt von etwa 16 Grad wird die Luft allgemein als schwül empfunden, weil der Schweiß auf der Haut schlechter verdunstet und die körpereigene Kühlung an Wirkung verliert. Werte über 20 Grad treten in Mitteleuropa nur bei ausgeprägten Warmluftlagen auf und gehen häufig mit hohem Gewitterpotenzial einher.

Die Taupunktdifferenz als Wolken- und Nebelindikator

Die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt, im Englischen als Spread bezeichnet, zeigt an, wie weit die Luft von der Sättigung entfernt ist. Fällt sie in den Abend- und Nachtstunden gegen null, bildet sich Nebel oder Tau. In der Luftfahrt gilt eine Spread unter etwa zwei Grad als Warnsignal für aufkommenden Nebel. In der Höhe bestimmt derselbe Zusammenhang die Wolkenuntergrenze: Pro 100 Meter Hebung kühlt ungesättigte Luft um rund ein Grad ab, der Taupunkt sinkt dabei nur um etwa 0,2 Grad. Aus der Spread am Boden lässt sich die Höhe der Wolkenbasis daher grob abschätzen, indem man sie mit 125 multipliziert und das Ergebnis als Meter liest.

Warum der Taupunkt für Allergiker relevant ist

Feuchte Luft bremst die Pollenfreisetzung: Viele Pflanzen öffnen ihre Antheren nur bei ausreichend trockener Luft, und feuchte Pollenkörner sind schwerer und sinken schneller zu Boden. Ein hoher Taupunkt bei gleichzeitig hoher Temperatur, wie er vor Gewittern typisch ist, kann die Situation dagegen umkehren - Feuchtigkeit lässt Pollenkörner aufplatzen und setzt sehr kleine Bruchstücke frei, die tief in die Atemwege gelangen. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Gewitterasthma und zur Frage, ob Regen die Pollen wirklich auswäscht. Die aktuelle Belastung für den eigenen Ort zeigt pollenflug-heute.de.

Die verwendete Formel

Der Rechner nutzt die Magnus-Formel in der Parametrisierung nach Sonntag mit den Konstanten b = 17,62 und c = 243,12 Grad Celsius für Wasser über flüssiger Oberfläche. Zunächst wird aus Temperatur und relativer Feuchte der Hilfsterm gebildet:

α = ln(rH / 100) + (b · T) / (c + T)

Daraus ergibt sich der Taupunkt als Td = (c · α) / (b − α). Die absolute Feuchte folgt aus dem Dampfdruck über AF = 216,679 · e / (T + 273,15) mit e in Hektopascal. Im Bereich zwischen -45 und +60 Grad liegt der Fehler der Näherung unter 0,4 Prozent.